DIE ERFOLGSSTORY

Computer in der Schule

Informatikunterricht auf virtuellem Desktop

 

Das Robert-Koch-Gymnasium im Schulzentrum der niederbayerischen Stadt Deggendorf mit seinen fast 900 Schülern ist ein naturwissenschaftlich-technologisches sowie wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Gymnasium. Deshalb steht das Fach Informatik schon in der Unterstufe in der 6. und 7. Klasse sowie später in der 9. und 10. Klasse jeweils als Pflichtfach, in den Klassen 11 und 12 als Wahlpflichtfach auf dem Lehrplan. Alle Schüler des Robert-Koch-Gymnasiums müssen hier den Umgang mit Computern erlernen und im naturwissenschaftlich-technologischen Zweig zudem Programmierkenntnisse erwerben. Neben den standardmäßigen Office-Anwendungen gibt es BlueJ, eine Java-Softwareumgebung, in der die Schüler objektorientierte Programmierung lernen. Im Wirtschaftszweig liegt der Schwerpunkt außerdem auf Vermittlung von Kenntnissen in Anwendungen der Wirtschaftsinformatik, wie z.B. den Umgang mit Datenbanken.

Zur Durchführung des Informatik-Unterrichts gibt es im Robert-Koch-Gymnasium zwei Computerräume. Hier stehen jeweils 35 Plätze zur Verfügung, an denen die Schüler arbeiten. Weil die Systeme, an denen die Schüler ausgebildet werden, immer dem aktuellen Stand entsprechen sollten und moderne Softwareprogramme immer größerer Anforderungen an die Hardware-Infrastruktur stellen, müssen die Computer spätestens alle fünf Jahre durch neue ersetzt werden. „Nach drei bis fünf Jahren häufen sich die Ausfälle der Hardware, z. B. defekte Festplatten oder kaputte Netzteile“, erläutert Arnold Kronschnabl, der als Mathe- und Physiklehrer mit anderen Kollegen für den Informatikunterricht und zusammen mit Richard Schwarz in diesem Schuljahr für den Betrieb der Infrastruktur verantwortlich ist.

Alternative: Virtualisierung

So stand für einen der beiden Computerräume vor ein paar Monaten die Erneuerung der Hardware an. Auf Empfehlung des beauftragten Systempartners entschied man sich gegen einen einfachen Austausch der veralteten PCs gegen neue Desktop-Rechner, sondern wollte es mit der Alternativlösung „VDI“, d.h. „Virtual Desktop Infrastructure“ versuchen. Hierbei läuft die Software nicht mehr auf der Hardware am Arbeitsplatz, sondern in einem zentralen Server. Für die Benutzer macht das keinen merklichen Unterschied: Sie sehen auf ihrem Bildschirm die gleiche Bedieneroberfläche des jeweiligen Programms und können in der bisher gewohnten Weise damit arbeiten. Der Verbindung zum Server stellt ein Zugangsgerät in Form eines kleinen Kästchens her, das auf der Rückseite der Fachbildschirme befestigt und über ein standardmäßiges Netzwerkkabel am zentralen Rechner angeschlossen ist. Bei den Zugangsgeräten handelt es sich um den Typ „L300 Virtual Desktop“ der Firma NComputing, das sich durch ausgezeichnete Multimedia-Wiedergabe im Vollbild-Video-Format auszeichnet. In Kombination mit der vSpace-Software von NComputing bietet der L300 eine kostengünstige und einfach bereitzustellende Lösung, mit der sich in wenigen Stunden eine komplette Virtual-Desktop-Infrastruktur für bis zu 100 Arbeitsplätzen in Unternehmen, Organisationen und Bildungseinrichtungen implementieren lässt.

Viel Geld gespart

Der wohl gewichtigste Vorteil dieser Lösung ist ganz eindeutig der Preis. „Während für die Anschaffung neuer PCs etwa 15.000 Euro fällig gewesen wären, kostet uns die virtualisierte Lösung ca. 10.000 Euro“, erklärt Kronschnabl. Nicht weniger wichtig ist der wesentlich geringere Administrationsaufwand, der bei dieser Infrastrukturlösung erforderlich ist. „Man kann sich gut vorstellen, was es bedeutet, 35 einzelne PCs, an denen die unterschiedlichen Schüler arbeiten, immer am Laufen zu halten. Im Vergleich dazu ist die serverbasierte Lösung wesentlich einfacher administrierbar.“

Die Umstellung auf die neue Infrastruktur ging in kürzester Zeit und völlig problemlos über die Bühne. „Die Firma HCS Support hier aus Deggendorf hat die Implementierung sehr schnell durchgeführt. Die Netzwerkkabel-Infrastruktur war ja bereits vorhanden, und auf unserem noch gar nicht so alten Server war noch genügend Kapazität frei, um einen weiteren virtuellen Server darzustellen“, berichtet Kronschnabl. „Außerdem sind unsere Flachbildschirme noch nicht sehr alt, so dass diese weiterhin ihren Dienst tun können.“

Dass die neuen Anschlusseinheiten ohne Kühlung und damit ohne Lüfter betrieben werden, ist dem Lehrer erst im Betrieb aufgefallen. „Ohne Lüfter ist der Geräuschpegel im Computerraum deutlich niedriger. Das kommt der Konzentrationsfähigkeit der Schüler bei ihrer Arbeit mit Sicherheit entgegen.“ Und der im Vergleich zu herkömmlichen PCs deutlich geringere Leistungsbedarf ist in heutigen Zeiten ein durchaus erwünschter Effekt. „Der sorgsame Umgang mit Energie ist natürlich auch in unserer Schule ein Thema. Und unsere Computer-Infrastruktur ist in der Hinsicht beispielhaft, denn sie kommt jetzt mit wesentlich weniger elektrischer Energie aus, ohne dass wir auf Funktionen oder Verarbeitungsleistung verzichten müssen. Leider sehen wir den Effekt nicht gleich, weil wir keinen Einblick in die Stromrechnung der Schule haben“.

Problemloser Betrieb

Nachdem die virtualisierte Infrastruktur seit einigen Monaten in Betrieb ist, haben sich bisher noch keine Probleme ergeben. „Die Schüler haben ja eigentlich nichts von der Umstellung gemerkt. Es gibt für sie praktisch keinen Unterschied zur früheren Lösung.“ Was ist für die Zukunft geplant? „Wenn die Modernisierung des zweiten Computerraums ansteht, werden bei der Entscheidung für eine Lösung mit Sicherheit unsere Erfahrungen mit der virtualisierten Infrastruktur berücksichtigt werden“, so Kronschnabl abschließend.